Warum verstecken sich Katzen?

Als wir vor Kurzem im Urlaub waren, hat sich eine liebe Bekannte um unsere Katze Holly gekümmert. Für eine maximale soziale Ansprache hat sie in dieser Zeit sogar bei uns gewohnt. Doch schon am zweiten Tag bekamen wir eine Nachricht, die halb Hilferuf und halb Geständnis war: „Holly ist weg!“ Natürlich war sie nicht weg, sondern hatte sich nur besonders gut versteckt. Ganz hinten unterm Bett. Wo sonst? So ähnlich hatte ich das tatsächlich schon einige Male erlebt: Völlig aufgelöste Katzensitter, denen ein Stein vom Herzen fällt, wenn sie Holly dann plötzlich doch in irgendeinem verrückten Versteck entdecken. Warum machen so viele Katzen das?

Verstecken als Strategie
Katzen verstecken sich aus verschiedenen Gründen. In stressigen oder für sie gefährlichen oder ungewohnten Situationen suchen sie sich am liebsten schnell ein sicheres Versteck. So sind sie vor möglichen Feinden oder Gefahren sicher. Daher verwundert es nicht, dass sich unsere Fellnasen gerade dann, wenn sich die Katzensitter um sie kümmern, am allerbesten verstecken. Sie stellen zunächst eine ungewohnte Komponente und eine mögliche „Gefahr“ dar, vor der sich jede Katze erst einmal in Sicherheit bringen möchte. Andererseits verstecken sich die geschickten Raubtiere aber auch, damit ihre potenzielle Beute sie nicht sieht und ihnen so besser in die Falle tappen kann. Und zu guter Letzt möchten es alle Katzen manchmal ganz einfach nur warm und gemütlich haben und sich in einem ungestörten Versteck ausruhen.

Das perfekte Versteck
Viele Fellnasen verweilen auch gerne an Orten mit gutem Überblick. So können sie ihr gesamtes Zuhause gut überblicken, sind für Störenfriede unerreichbar und können Gefahren oder auch die nahende Futterschüssel blitzschnell erkennen und reagieren. Auch beim großen und kleinen Geschäft ziehen unsere Fellnasen es vor, den Überblick zu behalten. Daher sollten die Katzenklos im besten Fall in Nischen und Zimmerecken mit klaren Sichtlinien und ohne Ecken oder unübersichtliche Regale aufgestellt werden.

Allgemein gilt die Strategie: „Verstecken ist die beste Verteidigung“. Wenn eine Katze in einem guten Versteck sitzt, fühlt sie sich sicherer und wohler als auf ungeschützter freier Fläche. Kein Wunder also, dass Katzen gerne Plätze in unserem Zuhause finden, die ihren Standort verbergen – so können sie in Ruhe dösen und davon träumen, die Maus zu fangen, anstatt selbst zur Beute zu werden.

Verstecken während der Eingewöhnung
Besonders für Katzen, die neu in einer Umgebung sind oder gerade erst anfangen, mit Menschen oder anderen Tieren in Kontakt zu treten, sind viele Versteckmöglichkeiten essenziell. In dieser Situation zusätzlich auf freier Fläche zu sein, wäre für eine Katze sehr stressig und beängstigend und würde die Eingewöhnung verkomplizieren.
In einer kleinen Katzenhöhle (egal ob Karton, Tasche, Nische, unter dem Bett oder im Schrank versteckt) kann sich eine Katze schnell mit der neuen Umgebung vertraut machen. Das Versteck gibt ihr dabei die nötige Sicherheit. Sie füllt es mit ihrem eigenen Duft, ist warm und geborgen und kann so ihren Stresslevel selbstständig senken und entspannen. Vor allem Katzen in Haushalten mit mehreren Personen, kleinen Kindern oder anderen Tieren suchen oft sichere Orte auf, um ein paar Momente „me-time“ zu haben. Wer könnte es ihnen verübeln?

Wie kannst Du Deine Katze beim Verstecken unterstützen?
Wir können unseren Katzen also viel Gutes tun, wenn wir ihnen Versteckmöglichkeiten lassen oder aktiv anbieten. Wenn sich die Katze einen Lieblingsplatz ausgesucht hat, der für uns unangenehm ist (etwa auf dem Lieblingskleid im Kleiderschrank), sollten wir einen Kompromiss finden. Entweder bieten wir ihr eine gute Alternative an oder geben den Platz frei und richten ihn so ein, dass es für uns ebenfalls passt – z. B. mit Deinen alten Sportklamotten statt des Lieblingskleids.

Mit der Zeit entwickeln Katzen so ihre Lieblingsverstecke. Das macht es für uns Menschen natürlich einfacher, denn so wissen wir, welche Tipps wir den Katzensittern beim nächsten Mal geben können, falls sie mal wieder verzweifelt nach unseren geliebten Fellknäueln suchen.

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